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Biotopia - Architektur, Biopolitik und Technologie bei Frederick Kiesler, Greg Lynn und Lars Spuybroek

 

Biotopia - Architektur, Biopolitik und Technologie bei Frederick Kiesler, Greg Lynn und Lars Spuybroek,Dissertation, 2019, Cover
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Künstlerisch-architektonische Gestaltung und die gesellschaftliche Formung von Subjekten stehen in einem engen Wechselverhältnis. Aktuelle Varianten des Organizismus nehmen hierin eine wichtige Rolle ein, indem sie mit ihrem holistischen Anspruch auf eine ökologische Ganzheitlichkeit gesellschaftlichen Lebens zielen. Biotopia unternimmt den teils spekulativen Versuch, künstlerische Artefakte und die in den Lebenswissenschaften eingeflochtenen Macht- und Regierungsdispositive zusammen zu denken. Meine Erzählungen zu den zirkulären Wechselbeziehungen zwischen Gesellschaft und organischer Architektur und Kunst respektive biomorphem Design fokussieren auf drei Künstler-Architekten, die sich mit ihren Werken und Schriften in besonderer Weise auf die Lebenswissenschaften beziehen: Frederick Kiesler, Greg Lynn und Lars Spuybroek. Biopolitik fungiert hierbei als Leittheorem, mit dem sich das Bündel von Macht- und Regierungstechniken analysieren lässt, das auf den Fortbestand und die Regulierung gesellschaftlichen Lebens als Ganzes abzielt und dazu die Kontrolle über einzelne gesellschaftliche Individuen zu erlangen versucht. Mit einer Affekttheorie wird außerdem untersucht, wie Kunstwerke auf Subjekte wirken. Schließlich haben die von den Artefakten ausgehenden affektiven Kräfte Definitionsmacht darüber, was als lebenswert und damit auch was als nicht lebenswert aufgefasst wird. In die Analysen werden neben den ‚eigentlichen‘ Werken auch schriftlich formulierte Konzepte, Skizzen und Zeichnungen, Arbeits- und Entwurfsmodelle der Künstler als integrale Bestandteile mit einbezogen. Damit sollen ihre meist subsidiäre Klassifikation durch die Kunsthistorik infrage gestellt und das surplus solcher ‚Supplemente‘ ausgeschöpft werden. In diesem Sinne werden auch die zur Realisierung der Artefakte verwendeten Technologien in den Blick genommen. Zudem sind die von den Künstlern formulierten Konzepte gespickt mit popkulturellen Anklängen, die neben den wissenschaftlichen Ausführungen nicht minder in den Diskurs eingebracht wurden und somit die Rezeption gleichermaßen prägen. Über eine ästhetisch-formale und monographische Betrachtung der künstlerischen Werke hinaus erfolgt eine (politische) Reflexion der theoriebezogenen Selbstpositionierungen der Künstler. Dissertation. Veröffentlichung im Herbst 2019 im Passagen Verlag, Wien, ca. 390 Seiten.

Datum der Disputation: 17. Oktober 2018
Examensarbeit, 2018
Künstler/in:
Erich Pick
Promotion an der HFBK seit 2018
Abschluss 2019
Betreuung HFBK:
Prof. Dr. Hanne Loreck, Prof. Dr. em. Susanne von Falkenhausen (Humboldt Universität zu Berlin)
Studienschwerpunkt:
Theorie und Geschichte
Kategorie:
Kunstgeschichte/Kunsttheorie > Sonstiges
Kunstgeschichte/Kunsttheorie > Kunstwissenschaft