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Die Vermessenheit von Google Maps

Zwischen Ermöglichung und Steuerung — eine kritische Dekonstruktion virtueller Kartenanwendungen 

Die Vermessenheit von Google Maps, 2019; Collage: Moritz Ahlert
Yet incomputable. Indetermination in the Age of Hypervisibility and Algorithmic Control, Ausstellungsansicht: Virtual Skins (2), 2017, 5 UV-Drucke auf Acrylglas (rechts); Kartenhaus, 2017, 35 UV-Drucke auf Alu-Dibond (links); Foto: Michael Pfisterer
Mapping-Workshop Moravia Manifesto in Medellín, 2017/18, partizipatives Projekt und Publikation
Mexibility, 2017, Casa del Lago/ Mexiko-Stadt, Atlas-, Interventions-, Ausstellungs-, und Publikationsprojekt, Ausstellungsansicht; Foto: Agustin Estrada / Araceli Limón
Diese Dissertation ist ein Hybrid aus einem wissenschaftlich-theoretischen und einem künstlerisch-forschenden Teil. Der wissenschaftlich-theoretische Teil untersucht, wie digitale Karten, am Fallbeispiel Google Maps und darauf beruhenden kartenbasierten Anwendungen, unsere heutige Alltagspraxis durchziehen und reflektiert kritisch die damit verbundenen gesellschaftlichen und räumlichen Auswirkungen. Google hat mit seinem Kartendienst eine Plattform geschaffen, die es Unternehmen und Nutzer*innen ermöglicht, neuartig mit Karten zu interagieren. Die Kernthese der Arbeit war, dass es durch die rapide technologische Entwicklung, wie sie der Kartendienst verkörpert, zu Machtverschiebungen unter den Akteur*innen in der Kartenproduktion kommt. Die Arbeit untersuchte anhand von Fallbeispielen das Verhältnis von Ermöglichung zu Techniken der Macht, wie Überwachung undKontrolle. Dies wurde beispielhaft an Kartenanwendungen wie Airbnb, Deliveroo, Uber dargestellt. Anhand dieser wurde die zunehmende technologische Komplexität des Kartendienstes und seiner Anwendungen beschrieben, aber auch die zugehörigen Teilhabe- und Interaktionsmodi diskutiert. Für meine Untersuchung, waren neben der kritischen Kartografie folgende Begriffe wichtige, methodische Bezugspunkte: der Machtbegriff von Foucault, der von Deleuze entwickelte Begriff der Kontrollgesellschaft, und der von Ott und Raunig jüngst wiederbelebte Begriff des Dividuellen als Theorie der Teilhabe. Mit diesen Begriffen verknüpfte ich Fragestellungen der Kritischen Kartografie, mit denen von digitaler Teilhabe und Kontrolle, um sie auf digitale Karten anzuwenden.

An den wissenschaftlichen Teil schließt der künstlerisch-forschende Teil an. Er versammelt eigene Mapping-, Ausstellungs- und Publikationsbeiträge. Ihnen ist gemeinsam, dass sie das subversive Vermögen von Karten in einer Ära von Sichtbarkeits- und virtuellen Kontrollregimen thematisieren und VERMESSEN – sei es auf visuelle, objekthafte Weise oder in Form von Workshops und interaktiven Mappings.

Moritz Ahlert ist Stipendiat des Graduiertenkollegs Ästhetiken des Virtuellen | Datum der Disputation: 10. Juli 2019
Examensarbeit, 2019
Künstler/in:
Moritz Ahlert
Promotion an der HFBK seit 2018
Abschluss 2019
Betreuung HFBK:
Prof. Dr. Friedrich von Borries, Prof. Jesko Fezer
Studienschwerpunkt:
Theorie und Geschichte
Kategorie:
Zeitbezogene Medien > Sonstiges
Bildhauerei > Skulptur
Bildhauerei > Objekt