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I think I saw her blink

 

I think I saw her blink, 2018, Installation aus 21 Fotografien und 6 Textauszügen, Detail: Monolith, Fine Art Print, 200 x 300 cm
I think I saw her blink, 2018, Installation aus 21 Fotografien und 6 Textauszügen, Detail: Prof. Nadia Magnenat-Thalmann & Nadine, Fine Art Print, 70 x 105 cm
I think I saw her blink, 2018, Installation aus 21 Fotografien und 6 Textauszügen, Detail: o.T., 75 x 50 cm
Computer generated images, Robotertechnik, Innovationen im Bereich der virtuellen und erweiterten Realität – die perfekte Simulation des Realen ist 2018 keine Wunschvorstellung mehr. Welche Auswirkungen hat das auf das Selbstverständnis des Menschen, die Glaubwürdigkeit des Erlebten, die Vorstellung von Authentizität?

Die Schweizer Professorin Dr. Nadia Magnenat-Thalmann schuf eine hyperrealistische Kopie ihrer selbst. Der humanoide Roboter trägt den Namen „Nadine“. Sie selbst beschreibt die Kreation des Roboters als das Erschaffen eines Kunstwerks. Es ist eine Schöpferrolle, die an besondere Verantwortung geknüpft ist: Welche Umgangsweisen, Gepflogenheiten und Reaktionen wählte die Wissenschaftlerin, um den Anschein des Menschlichen zu erwecken? „Nadine“ irritiert: die Hände, der Körper, die Haare – sie wirken überzeugend menschlich. Doch ihre Bewegung ist hölzern, ihre Mimik steif. Kaum ist der Betrachter einen Augenblick überzeugt von ihrer künstlichen Natur, blinzelt sie.

Wenn die Kameras in ihren Augen den Blick des Gegenübers fixieren, schwankt die Gewissheit. Humanoide Roboter sind dreidimensionale Abdrücke, die sich physisch in Zeit und Raum manifestieren. Sie erwecken den Anschein, als hätten sie eine eigene Psyche. Welche Auswirkung hat dies im Hinblick auf die Wahrnehmung von künstlicher Intelligenz? Die Frage deutet auf eines der ältesten Rätsel der Philosophie hin: Was macht den Menschen in seinem Kern menschlich? Ist es das Bewusstsein seiner selbst? In diesem Fall müsste zur Simulation das menschliche Bewusstsein vermessen werden. Bis heute weigert sich ein Großteil der menschlichen Spezies, die Implikationen dieses Gedankengangs zu Ende zu denken. (Antonia Schaefer)
Künstlerische Bachelor-Arbeit, 2018
Künstler/in:
Julia Steinigeweg
Lehramtsstudium an der HFBK seit 2016
Abschluss 2018
Betreuung HFBK:
Prof. Adam Broomberg / Prof. Oliver Chanarin, Prof. Dr. Bettina Uppenkamp
Studienschwerpunkt:
Grafik/Typografie/Fotografie
Kategorie:
Fotografie > Fotoinstallation
Fotografie > Fotodokumentation