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Dialogische Strukturen

 

Dialogische Strukturen, 2018, schematische Darstellung einer Anordnung, welche bereits im Raum vorhandene Betonobjekte integriert; Foto: Torben Körschkes
Dialogische Strukturen, 2018, modulares System, diverse Materialien, Maße variabel, Installationsansicht PACT Zollverein; Foto: Christine Grosche
Dialogische Strukturen, 2018, modulares System, diverse Materialien, Maße variabel, Installationsansicht PACT Zollverein; Foto: Ina Römling
Dialogische Strukturen, 2018, modulares System, diverse Materialien, Maße variabel, Installationsansicht PACT Zollverein; Foto: Fabio Neis
Wer hat heute Zugang zu Verhandlungen? Wer entscheidet über wessen Anliegen? Wo und wie finden diese Zusammenkünfte statt? Der Soziologe Richard Sennett fragt: Lässt sich die Macht der Vernunft in die Stadt hineinbauen? Als Resultat intensiver Recherchearbeiten über zeitgenössische Salonkultur und Parlamente als Architekturen der Verhandlung gehen wir in gebauten ad-hoc Strukturen Fragen der Teilhabe, Selbstverwaltung und Organisation politischer Strukturen in Nachbarschaften nach. Wir nähern uns den oben gestellten und relevanten Fragen räumlich-performativ. Hierzu bedienen wir uns eines modularen Systems, welches aus vier Basiselementen besteht und sich flexibel bestehenden Raumanforderungen anpassen lässt. Die Gestalt hebt sich von der gewöhnlicher Möbel ab und hinterfragt übliche Raumaufteilungen und Innenausstattungen, die bereits gewisse Hierarchiestrukturen in sich manifestieren. So kann z.B. der Stuhl die individuelle Souveränität aufrechterhalten, während die Bank die Kollektivität und das Teilen repräsentiert. Beides sind nicht zu vernachlässigende Faktoren für intensive Verhandlungen. Mit Hilfe der physischen Strukturen laden wir unterschiedliche Akteur*innen ein, mit uns gemeinsam den Fragen nachzugehen, wie neue Orte der Ver- und Aushandlung aussehen können. Wie diese Räume architektonisch und zwischenmenschlich organisiert sind. Was ein „Nachbarschaftsparlament“ leisten können muss. Wie wir Hierarchien lösen oder provozieren. Wer Zugang hat und wer worüber entscheiden darf. Im Rahmen des Forschungsfestivals 1/2/8 – urban frictions im PACT Zollverein hat Ina Römling in Zusammenarbeit mit Torben Körschkes (als Kollektiv HEFT) im Mai 2018 das modulare System Dialogische Strukturen entwickelt. Die Struktur hebt sich von der einschlägigen Umgebung des choreografischen Zentrums NRW PACT Zollverein ab. Der Eintritt durch den pinken Vorhang läutet in einem der Settings die gesonderte Situation ein. Ein anderes Setting erinnert auf ironische Weise an bekannte Parlamente. Eine schlaffe Marmorwand verhüllt den Blick, ein zu kleiner Torbogen zwingt die Eintretenden zur Verneigung, eine starre Fahne ohne Aussage steht über dem Ensemble.
Master-Abschlussprojekt, 2018
Künstler/in:
Ina Römling
Master of Fine Arts an der HFBK seit 2015
Abschluss 2018
Betreuung HFBK:
Prof. Jesko Fezer, Prof. Dr. Friedrich von Borries
Studienschwerpunkt:
Design
Kategorie:
Design > Sonstiges