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(Die) Abweichung

Künstlerisch-wissenschaftliche Promotion 

Meta-Pipton, 2018, Multilayer-Laserdruck auf Papier, 30 x 20 cm
(Die) Abweichung, 2018, Publikation, Hardcover, Leinen, gebunden; Foto: S. Soeffgen
Die Promotionarbeit hat sich zur Aufgabe gemacht mittels Rekonstruktion gewisser historischer Philosopheme die Abweichung als eine Größe hervorzukehren, die sich abzeichnende Neukonstellationen und epistemische Randphänomene zu erfassen erlaubt und mithin als ein genuiner Übergang in Richtung Denk- und Erkenntnisvorgänge zu betrachten ist. Ausgehend von der antiken clinamen-Lehre steht daher das zu Verhandelnde im Zeichen des Versuchs, die unvorhersehbare Entstehung von Neuem und Differentem zu ergründen. Aber: Die Abweichung bietet weit mehr als das. Mit ihr präsentiert sich eine Figur, welche die nicht antizipierbaren Ereignisse der Alteration zu artikulieren erlaubt, ohne bereits teleologisch vorzugreifen oder aus dem Nichts zu schöpfen. Insofern geht es hier um nichts weniger, als um die Notwendigkeit des Denkens der Abweichung selbst, sodass Etwas, etwas Neues werden kann. In diesem Sinne ist es an der Zeit, die Abweichung in ihrer Ereignishaftigkeit und Widerspenstigkeit als eine generative Figur hervorkehren zu lassen, die der Selbstidentität des Seienden eine konstitutive (Selbst)Verschobenheit des Seins entgegenstellen kann, womit sie ein anderes Denken kultureller Entwicklung unterstreicht.

Den künstlerischen Teil bildet das Theaterstück Meta-Pipton. Der zugleich virtuelle wie strukturelle Ereignischarakter des theatralischen Textes bietet einen anderen Ermöglichungsrahmen um das weiter Gedachte qua performativer Praxis zu erproben und in affzierende Wechselwirkungen zu setzen. So geht es auch hier um Sondierungen inhärenter Möglichkeiten als einer Bewegung fort von der Selbstidentität des Seienden und damit (auch wörtlich) um Sprünge und Vertiefungen, um Diskontinuitäten und innere Spannungen – um dennoch in der Wucht der permanenten Bewegung zu nicht identischen Momenten zu kommen. Die Immanenz dieses Prozesses zeigt sich andererseits aber auch als Überforderung des theatralen Subjekts, der angesichts der Völle der dynamischen Verquirlung des metapipton auch mal erschöpft zu Boden fällt, um dann doch nach einem Federvieh zu greifen, das ebendarum entfleucht, weil es gepackt werden soll.
***, 2018
Künstler/in:
Maja Bogumila Hoffmann (Polen)
Promotion an der HFBK seit 2009
Abschluss 2018
Betreuung HFBK:
Prof. Dr. Michaela Ott, Prof. Michaela Melián / Abschluss Dr. phil. in art.
Studienschwerpunkt:
Theorie und Geschichte
Kategorie:
Kunstgeschichte/Kunsttheorie > Kunstwissenschaft
Kunstgeschichte/Kunsttheorie > Kunstvermittlung
Grafik > Buch/Publikation