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Guernica-Tapete

 

Johanna Hodde »Guernica-Tapete«, 2008, Digitalprint auf Holz, 350 x 700 cm
Johanna Hodde »Guernica-Tapete«, 2008, Installationsansicht
Die Beschäftigung mit dem Ornamentalen als Spannungsfeld zwischen Dekoration und Reduktion sowie die Auseinandersetzung mit Kriegsbildern von Picasso im bürgerlichen Wohnzimmer haben zu einer gedanklichen Auflösung von Reproduktionen in Tapete geführt. Die Umwandlung eines Kriegsbildes in eine Tapete eignet sich am Beispiel von »Guernica« aufgrund der dem Bild zugrunde liegenden kubistischen Malweise. Das »Guernica«-Ornament entsteht durch eine Zerlegung und Weiterführung des Quadratischen. Bei der Erstellung des Ornaments wurde keine Gewichtung der Einzelelemente vorgenommen, um nichts von außen an das Bild heranzutragen. Durch das Vorgehen der Multiplizierung der bereits vorhandenen Quadrate ohne Gewichtung von Einzelquadraten ist das Verhältnis von Länge und Breite (des Originals?) gleich geblieben. Da es sich um ein spiegelsymmetrisches Ornament handelt, ließe es sich nach allen Richtungen hin endlos fortsetzen. Das Original bezieht sich auf den sogenannten »Bombenteppich« durch den Angriff der Deutschen auf Guernica im Zweiten Weltkrieg. Für die Präsentation des Bildes zur Weltausstellung von 1937 wurde eine Wand mit den exakten Maßen des Bildes angefertigt. In der »Guernica-Tapete« führt die Auflösung des Originalmotivs dazu, dass sich auf der Wand ein in seiner Größe unüberschaubares Ornament ausbreitet, das den eigentlichen Inhalt trotz der monumentalen Präsenz der Arbeit zunächst abstrahiert.
Diplomprojekt, 2008
Künstler/in:
Johanna Hodde
Diplomstudium an der HFBK seit 2004
Abschluss 2008
Studienschwerpunkt:
Grafik/Typografie/Fotografie
Kategorie:
Installation > Sonstiges
Bildhauerei > Sonstiges