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Rauschen

 

Rauschen, 4 Röhrenmonitore, 4 DVD-Player, 10:32 Min. (Loop), geviertelt und zeitversetzt
Das Rauschen wird allgemeinhin als Störung empfunden, ob visuell im verrauschten Urlaubsbild oder auditiv als unerwünschtes Nebengeräusch in der Tonaufnahme. Es ist der Einfluss von außen, welcher die Ordnung nicht ganz werden lässt, die Totalität verhindert. Es ist die Un-Ordnung. Somit offeriert sich ein vermeintliches Verhältnis der Gegensätzlichkeit.

Doch wie Gilles Deleuze einst herausstellte, zeigte sich anhand des Meeresrauschens Leibniz ein anders geartetes Verhältnis. Wir hören in der Brandung ein klares Gesamtgeräusch, welches aber verworren ist. In diesem Sinne nicht deutlich, weil all die kleinen Wassertropfen nicht klar sind. Ihre Wahrnehmung selbst ist deutlich, da ihre Singularitäten und Differentialverhältnisse erfassbar sind, aber zugleich dunkel, weil noch nicht differenziert. Verdichten und ordnen sich diese und treten als Form aus dem Rauschen heraus, so ist unsere Wahrnehmung von ihnen nun klar, da differenziert. Aber dennoch verworren, weil nun klar.

Hier zeigt sich, dass jene, welche wir zuvor noch als Gegensätzliche aufgenommen haben, untrennbar miteinander verbunden sind. Jeglicher Ordnung geht die rauschhafte Un-Ordnung als Potenzreservoir zuvor und mit ihr. Die Ordnung ist niemals total, sondern immer nur die Aktualisierung eines Einzelnen unter Unzähligen.
Künstlerische Bachelor-Arbeit, 2016
Künstler/in:
Alex W. Schärfe
Lehramtsstudium an der HFBK seit 2013
Abschluss 2016
Betreuung HFBK:
Prof. Michaela Melián, Prof. Lene Markusen
Studienschwerpunkt:
Zeitbezogene Medien
Kategorie:
Zeitbezogene Medien > Video
Zeitbezogene Medien > Sonstiges