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Die perfekte Welle

 

Die perfekte Welle, 2016, Installation, Schichtholz, Furnier, Jute, Löwenzahn, Detail
Die perfekte Welle, 2016, Installation, Schichtholz, Furnier, Jute, Löwenzahn, Teilansicht
Die perfekte Welle, 2016, Installation, Schichtholz, Furnier, Jute, Löwenzahn, Detail
Die perfekte Welle, 2016, Installation, Schichtholz, Furnier, Jute, Löwenzahn, Teilansicht
Wie hat sich der Wert und die Wahrnehmung von Natürlichkeit durch Repräsentationen in der Industrie verändert? Diese fünf zusammenhängenden Skulpturen orientieren sich an dem Wachstumsprinzip der Fibonacci-Spirale, eines der harmonischsten Muster aus der Pflanzenwelt. Die Formen sind Fusionen aus klassischen Keilrahmen und ergonomischen Möbelstücken, die wie Skelette oder Fossilien im Raum verteilt sind. Nicht weit entfernt ist die Assoziation des darwinistischen Evolutionsbildes vom Affen, der zum Menschen hinaufwächst. Das menschliche Maß fällt ins Gewicht. Locker geleimte Furniere tragen Namen wie Floragrün, Maisgelb, Salamandra oder Zebrano. Sie sind außer Natur-Imitationen auch konstruktivistische Akzente, die subtil als verbindendes und kontrollierendes Element in der Arbeit dienen. Sie erinnern auch an biologische Querschnitte, bei denen innere Mechanismen sichtbar werden. Natürlichkeit als Quelle der Ästhetik spielt eine Rolle in der Auswahl der Materialien, und es wird sichtbar, wie ihre Beobachtung zum Ornament werden kann. Die Harmonie des Wachstums wird gebrochen durch die Verwendung von mutiertem Löwenzahn, der auf einer Obstplantage neben dem stillgelegten Atomkraftwerk in Stade gesammelt wurde. Der Fall der Mutation mit ihren unterschiedlichen Folgen für das Überleben eines Organismus wird metaphorisch auf die Fiktion, das Symbolische und das Reale im Kunstwerk bezogen. Am Beispiel des vierblättrigen Kleeblatts sieht man, wie eine Missbildung zu einem Symbol für Glück und Paradies wurde. Die widersprüchliche Bedeutungsebene der Mutation legt sich wie ein Netz über die Skulpturen. Wenn man den Ausstellungsraum als ihre Umwelt betrachtet, so haften die Atomkraft? Nein Danke-Aufkleber wie Schirmflieger oder Parasiten auf der Oberfläche. Sie sind ein weiterer Bruch in der Harmonie der Formen und ein Symbol für Kontrolle und Gesetzlosigkeit. Ihr Verweis auf Realität und Aktivität trägt in ihrem gelb-roten Zeichen einen freundlichen und zornigen Appell zugleich.
Künstlerische Bachelor-Arbeit, 2016
Künstler/in:
Sarah Księska (D)
Bachelor of Fine Arts an der HFBK seit 2012
Abschluss 2016
Betreuung HFBK:
Prof. Andreas Slominski
Studienschwerpunkt:
Bildhauerei
Kategorie:
Bildhauerei > Skulptur
Installation > Rauminstallation