Projektauswahl

Jahr
Art des Projekts:
Kategorie
alle Projekte    Projekt-Nr:10732   « vorheriges Projekt  -  nächstes Projekt »

Creeping Out of the Canvas

 

Installation, Laptop, Lautsprecher, Projektoren, Percussion-Instrumente, Gemälde, Acryl, Öl, Projektion auf Leinwand, Tellavision, Music-Performance

Fee Ronja Kürtens künstlerische Arbeit ist geprägt von dem Bestreben, das für sie einschränkende und mit zu vielen Konventionen behaftete Format der Malerei mithilfe anderer (technischer) Medien, vor allem der Musik-Komposition und Performance, zu erweitern. Sie schafft ein kontemporäres Gesamtkunstwerk, in dem Performance, Malerei, Film- und Diaprojektionen, Selbstinszenierung, Popkultur, die Schichtung von Klängen und »Gesten« auf dynamische Weise miteinander kombiniert werden können. Der Durchbruch vom zweidimensionalen in den dreidimensionalen Raum (»creeping out into the room«) wird dabei vor allem durch zwei Themen bestimmt: Abstraktion und Expressivität. Bestimmte Methoden ihrer Malerei werden direkt in die Musik übersetzt; abstrahiert. Durch diese Herangehensweise, durch die Übertragung malerischer Kompositionstechniken auf die Musik, gelangt Fee Kürten zu sehr eigenwilligen Ergebnissen, die sich – trotz ihres Bekenntnisses zur Low-Art, zur Popkultur – stark vom Independent-Mainstream absetzen.

Der auf diese Weise produzierte Avantgarde-Pop, den sie »Hardware Post-Pop« nennt, beschränkt sich jedoch keineswegs nur auf Musik. Das Konzert wird zum Kunstraum, die Bühne zur Live-Installation. Video- und Diaprojektionen, Licht und Schatten, Klänge und Bewegung ergeben ein kunstvolles Zusammenspiel, das sich am ehesten noch mit der Bauhaus-Tradition und deren Fortführung in der amerikanischen Multimedia-Performance (Laurie Anderson, Robert Ashley) vergleichen lässt. Darüber hinaus ist Fee Kürtens Arbeit auch von einer kunstkritischen, politischen Haltung geprägt: die Hinterfragung des gegenwärtigen Kunstbetriebs, seine Repräsentation in der Ausbildung an der Kunsthochschule, die Bewertung von Kunst und ihrer Sprache (High- und Low-Art), der Wunsch nach unverfälschtem Ausdruck und Bewahrung der eigenen Integrität und Identität, die Perspektive der Frau in einem von Männern dominierten Feld.

»Musik ist ein eigenes Fach. Sie ist aber auch Kunst, sogar Malerei.« (Fee R. Kürten)
Künstlerische Bachelor-Arbeit, 2015
Künstler/in:
Fee R. Kürten
Bachelor of Fine Arts an der HFBK seit 2009
Abschluss 2015
Betreuung HFBK:
Prof. Jutta Koether, Felix Kubin
Studienschwerpunkt:
Malerei/Zeichnen
weitere Projekte:
Open Studios der Art School Alliance, 2014
Kategorie:
Performance > Aktion
Installation > Rauminstallation
Installation > Klanginstallation