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Unter Druck (Blaum)

 

Martin Jäkel, Unter Druck (Blaum), 2010, PVC-Folie, Luftdruck, Seile und andere Materialien, Eingang
Martin Jäkel, Unter Druck (Blaum), 2010, PVC-Folie, Luftdruck, Seile und andere Materialien, Innenansicht
Martin Jäkel, Unter Druck (Blaum), 2010, hinterer Raum, Studio-Situation mit verschiedenen älteren Arbeiten
Martin Jäkel, Unter Druck (Blaum), 2010, hinterer Raum, Studio-Situation mit verschiedenen älteren Arbeiten
Martin Jäkel, Unter Druck (Blaum), 2010, hinterer Raum, Studio-Situation, Detailansicht
Martin Jäkel, Unter Druck (Blaum), 2010, hinterer Raum, Studio-Situation, Detailansicht
Die Arbeiten von Martin Jäkel beschäftigen sich mit physikalischen Kräften und deren Wirk-Ästhetik. Gibt es eine »Aura« der Kraft? Oder lediglich eine »Aura« der Zeichen und Erwartungen, unabhängig von real existierenden Kräften? Welche visuellen Zeichen suggerieren, dass Kräfte am Wirken sind? Was passiert, wenn man diese Zeichen neu zusammensetzt? Ähnlich wie beim Aberglauben, bei dem der menschliche Verstand versucht, die Erklärungslücken, die er hat, mit Versatzstücken plausibel erscheinender Kausalketten zu füllen, können in der Fantasie des Betrachters gänzlich neue (Placebo-) Kräfte entstehen. Selbstverständliche und gewohnte Wahrnehmungsmuster werden so hinterfragt und auf die Probe gestellt.

Der praktische Teil der Diplomarbeit bestand aus zwei Teilen. Den größten Teil nahm dabei ein ca. 6 × 7 × 6 m großer, aufgeblasener Raum aus PVC-Plane (im folgenden »Blaum« genannt) ein, dessen Eingangsschleuse direkt an den Eingang zum Klassenraum angedockt war. Von dort gelangte man entweder in den Innenraum des Blaums oder in das verbleibende Drittel des Klassenraumes, wo eine zum Teil inszenierte, zum Teil während der Ausstellungsdauer sich verändernde Werkstatt- / Atelier- / Laborsituation auf den Besucher wartete.

Es eröffnete sich ein breites Spektrum zwischen fertigen und unfertigen Arbeiten, künstlerisch-physikalischen Experimenten und thematischen sowie assoziativen Bezugspunkten in Form von Fotos, Skizzen, kleinen Gegenständen oder Ausdrucken von Bildern aus dem Internet.

Dies war auch der einzige Teil der Ausstellung, von dem aus man den Blaum von außen sehen konnte. Der Blaum war so konzipiert, dass seine Maße etwas größer waren, als die des ihn begrenzenden Klassenumraums, an den er sich nahtlos anschmiegte. Im Inneren zeichneten sich daher Strukturen wie Fenster, Betonträger, Wände sowie das Holzskelett der Luftschleuse auf der PVC-Haut ab. Um dem Blaum die gewünschte Form zu geben, mussten der Schwerkraft und dem Expansionsdrang der Luft mithilfe von Knotenpunkten und Seilen Einhalt geboten werden. All diese Seile führten durch ein zentrales skulpturales Objekt, das sie gleichzeitig bündelt und durch sie gehalten wird. So wirkt diese Stelle wie ein visuellphysikalisches Kräftezentrum, in dem Expansion und Konzentration zusammentreffen.
Diplomprojekt, 2010
Künstler/in:
Martin Jäkel
Diplomstudium an der HFBK seit 2000
Abschluss 2010
Betreuung HFBK:
Prof. Anselm Reyle, Prof. Michael Lingner
Studienschwerpunkt:
n.A.
Kategorie:
Installation > Rauminstallation
Bildhauerei > Objekt