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Vom Essen und Nichtessen

 

Anna-Lena Ludwig, Maximilian Wondrak, Danke für Nichts, 2010, Aktion. Foto: Daniel Aykurt
Die Diplomarbeit von Anna und Max sorgte wegen der ungewöhnlichen Thematik und Vorgehensweise der beiden Essenskünstler für Aufsehen. Ein vierseitiger Artikel wird in der nächsten Ausgabe von »Gespräche aus der Ferne – Vierteljahreshefte zu wesentlichen Lebensfragen unserer Zeit« erscheinen. Zudem wird die schriftliche Diplomarbeit »Vom Essen und Nichtessen« bald im Handel erhältlich sein. Weitere Portale für zeitgenösse Kunst und Ernährung wie »aufgetischt.org« haben Interesse bekundet.

Bei der praktischen Diplomprüfung ging es ums Essen. Und genau das wurde auch getan. Bei Anna zu Hause im Wohnzimmer. Zu den Gästen zählten neben den beiden Professoren Nicola Richter und Wilhelm Körner der Hamburger Spitzenkoch Frank Brüdigam, Sebastian Wenzel von slow food, Ayurveda-Meisterin Dunja Loipl, der Yogi Ulrich Nachtsheim und Ronald McDonald. Die Gäste und Prüfer waren unmittelbarer Teil der Aktion.

Künstlerische Zielsetzung war nicht das bloße Schlucken einer Botschaft, sondern die Rückbesinnung auf eine sensible Auseinandersetzung mit dem Thema Essen und Nichtessen. Die einzelnen Stationen des Menus waren Anhaltspunkte, um die sich das Gesamtkunstwerk erst durch den Konsum und die entstehenden Gespräche der Konsumenten zu spinnen begann. Die Grundlage hierfür stellten die Erfahrungen von Anna und Max dar, die in ihrer Diplomarbeit in Romanform niedergeschrieben sind. Es geht darin um Essen, Gier und den Verzicht im Kontext der heutigen Konsumgesellschaft, wofür sich Anna unter anderem einem 20-tägigen Fasten- und Reinigungsexperiment unterzog und Max sich durch die Gastronomieszene Hamburgs kochte. Darüber hinaus entstand der Blog »kloss mit soss – Ein Essenstagebuch«.

Der offen zur Schau gestellte Protest der beiden Diplomanden richtet sich gegen die Politik und die Leitung der Hochschule für bildende Künste, die trotz gegenteiliger Versprechen im Jahr 2005 Studiengebühren zusätzlich zum Semesterbeitrag erhoben haben. Die boykottierenden Studenten der HFBK befinden sich derzeit in einem Rechtsstreit mit der Hochschulleitung, der mittlerweile bis zur angedrohten Zwangsvollstreckung reicht. Anna, Max und viele andere Studenten, die den Boykott aufrechterhalten, fühlen sich von ihrer Hochschule um die erforderliche Unterstützung betrogen und verlassen diese enttäuscht. Der Studiengebührenboykott geht weiter. Danke für nichts!

Gruppenprojekt, 2010

Beteiligte:
Anna-Lena Ludwig, Maximilian Wondrak
Betreuung HFBK:
Prof. Wilhelm Körner, Prof. Nicola Richter, Prof. Dr. Michaela Ott
Studienschwerpunkt:
Grafik/Typografie/Fotografie
Art des Projekts:
Diplomprojekt
Kategorie:
Zeitbezogene Medien > Netzkunst
Performance > Aktion