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Natürlich

Ausstellung in den Schaugewächshäusern des Botanischen Gartens in Planten un Blomen, 5. bis 19. Juli 2009 

Julika Welge »Natürliche Wetterstation als Wahrnehmungsapparat«, Blutegel-Barometer
Eva Michallik »Fremdkörper?«
Hye-young Kang »Geklonter Kaktus«
Mai Shirato »Schwiegermuttersitz« Kakteenhocker
Nils Ferber »Symbiosis«
Was ist natürlich? Be- und hinterfragt wurde im Seminar die jeweilige Haltung gegenüber dem, was wir als Natur definieren. Künstliche Biosphären wie Tropenhäuser sind ausgefeilte Technosphären und werden nicht selten als natürlichere Räume rezipiert und kommuniziert als die uns umgebende Kulturlandschaft.

Die grüne Avantgarde im Textil Design sind zukünftig z.B. Farmer, die Bakterien auf ihren Stoffen züchten um natürlicher zu färben. Entwicklungen von natürlichen Materialien heißt zunehmend Evolution im Labor, was die Materialästhetik grundlegend in Frage stellen wird: Wachsende Strukturen im Nanobereich und Baumwollspray aus der Tube, genmanipulierte Ziegenmilch für stabilere Garne und Experimente mit Knochenmark für individuelleren Schmuck.

Vor dem Hintergrund der aktuellen ökologischen und klimatischen Situation scheint evolutives Wachstum mit natürlichen Lebenszyklen (wieder) Vorbildcharakter erlangen zu können für viele Bereiche der Gesellschaft u.a. für Geldzyklen. Die permanente Wertschöpfung wie auch jede Form von Kreativität lässt sich ohne Tod nicht denken. Wobei der Tod in natürlichen Zyklen stets Nahrung, also Humus, für neues Leben liefert.

Nach dem Prinzip Cradle to Cradle (Von der Wiege zur Wiege) des deutschen Chemikers Michael Braungart und des amerikanischen Architekten William McDonough gibt es in diesem Sinne zwei sinnvolle Kreislaufketten für die Produktion von Gütern, neben einem technischen einen biologischen nach dem Vorbild der Natur, bei dem die Verbrauchsgüter vollständig biologisch abgebaut werden können (statt zu Müll werden diese zu irdischem Humus).

Ein intelligentes Design im Sinne von Cradle to Cradle lernt von der Natur: Die Natur produziert keinen Abfall. Alle Systeme zirkulieren in lebendigen, vernetzten Kreisläufen. Mit den Worten des Physikers Hans Peter Dürr leben wir in einer „Wirklichkeit der Potentialität“. Die Welt ist in dieser Sichtweise nicht ein zu entzifferndes Buch sondern unsere permanente Schöpfung, ein „Raumschiff Erde“ (Buckminster Fuller), dessen Bedienungsanleitung wir jeden Tag mitschreiben.

Flyer zur Ausstellung, mit Beschreibung der einzelnen Arbeiten: http://www.hfbk-hamburg.de/fileadmin/user_upload/diverse/natuerlich_flyer.pdf

Gruppenprojekt, 2009

Beteiligte:
Oliver Bulas, Nils Ferber, Ines Göbel, Gesa Hentschel, Linda Hollkott, Hye-young Kang, Constanze Kresta, Eva Michallik, Ludolf von Oldershausen, Mirjam Schartl, Mai Shirato, Gregor Weinmann, Julika Welge
Betreuung HFBK:
Prof. Susanne Lorenz, Prof. Marion Ellwanger
Studienschwerpunkt:
n.A.
Art des Projekts:
Klassenausstellung
Kategorie:
Design > Sonstiges