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o. T.

 

Tuzo Hibemlu, 2008, C-Print auf Polystyrol, 72 × 108 cm
Pogur Nuhum, 2008, C-Print auf Polystyrol, 72 × 108 cm
Dr. Henry Collins, 2008, C-Print im Rahmen, 27,5 x 40 cm
Im Frühjahr 2008 las ich in einer »GEOSpezial« Ausgabe über die Südsee den Artikel des britischen Ethnologen Dr. Henry Collins über seinen langjährigen Aufenthalt auf dem Feki-Atoll, einem winzigen Atoll im Bismarck-Archipel, nordöstlich von Papua-Neuguinea. Das Atoll ist ein Teil der Kilinailau- und Nuguria-Inselkette, die vulkanischen Ursprungs ist. Als Mitte der 50er Jahre die Missionierung der gesamten pazifischen Inselwelt ihren Höhepunkt erreichte und christliche Missionare in das Bismarck-Archipel vordrangen, kam es auf dem Feki-Atoll zu einer leichten vulkanischen Tätigkeit, die sich in Form von seismologischen Abweichungen der Normalwerte und erhöhtem Methanausstoß bemerkbar machten. Die Feki Islands galten bei den Missionaren als gefährlich und wurden aus Angst vor einem baldigen Vulkanausbruch über Jahre hinweg gemieden. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass die auf dem Feki-Atoll lebende Bevölkerung, die Adfali (etwa 360 Personen) nicht zum Christentum konvertierten und sich ihre uralten Riten und Bräuche bewahren konnten. Collins konnte diese Annahme manifestieren, da weder in den mündlichen Überlieferungen der Adfali noch in den schriftlichen Aufzeichnungen der Kirche über eine Bekehrung der auf Feki lebenden Bevölkerung vom Animismus zum Christentum berichtet wird. Collins verfasste einen umfassenden, spannenden Artikel über Bräuche der Adfali, wobei er seinen Schwerpunkt auf die rituellen Maskierungen legte. Detailliert beschreibt er die für das Bismarck-Archipel ungewöhnlichen Masken der Bewohner, die nur wenig Gemeinsamkeiten mit den Maskierungen der Bevölkerungen der anderen Inselgruppen haben sollen. Gedruckt wurden kleine gezeichnete Porträts der Maskierten, die Collins in den ersten Jahren seiner Forschungen anfertigte. Als ich diese Porträts sah, war mein Interesse geweckt, zumal ich ja »Maskierung in der Porträtfotografie« zu meinem Diplomthema gewählt hatte. Das Thema ließ mich nicht los. Ich recherchierte im Internet und schrieb schließlich Dr. Henry Collins an, um mehr Informationen über die Inselgruppe und ihre Bewohner zu erlangen. Verblüffenderweise lud er mich sofort ein, ihn in London zu besuchen, und schon im Juni 2008 hörte ich seinen abenteuerlichen und informativen Erzählungen zu. Den größten Teil dieses beinahe philosophischen Gespräches habe ich aufgenommen und ins Deutsche übersetzt. Dieses Interview liegt meiner Diplom-Arbeit bei. Das Gespräch mit Collins überzeugte mich, und ich entschied, für meine Diplom-Arbeit auf dem Feki-Atoll zu fotografieren. Mein besonderer Dank gilt dem Personal des Schaugewächshauses im Planten un Blomen, das mir ermöglichte, meine Ideezu realisieren.
Diplomprojekt, 2009
Künstler/in:
Sinje Hasheider
Diplomstudium an der HFBK seit 2003
Abschluss 2009
Betreuung HFBK:
Prof. Wilhelm Körner, Prof. Silke Grossmann
Studienschwerpunkt:
Grafik/Typografie/Fotografie
Kategorie:
Fotografie > Sonstiges